Kennst du schon Räubi? Und seinen Freund Böcki?

Kennst du schon Räubi? Und seinen Freund Böcki?

Jeder kennt den kleinen Böckinger Seeräuber Räubi und sein Haustier den braunen Bock. Was? Du kennst die beiden etwa nicht?

Teufelsrochen noch eins!

Dann wird es aber allerhöchste Zeit. Dann will ich Euch mal eine besondere Neujahrsgeschichte von Räubi und Böcki erzählen. Also, Räubi ist ein kleiner Seeräuber Junge aus Böckingen. Er hat einen großen schwarzen Piratenhut auf dem Kopf, trägt ein gestreiftes Hemd mit einer Weste und eine echte, zerrissene Piratenhose. Er hat immer ein kleines Messer dabei, denn so gehört sich das für ein Böckinger Seeräuber. Der Böcki, sein Haustier, ist sein Freund und beschützt Räubi während ihrer gemeinsamen Abenteuer. Er hat lange und starke Hörner und ist immer an Räubis Seite – sein ständiger Wegbegleiter. Die Böckinger Seeräuber, so sagt man sich, haben zwar eine Vorliebe dafür ein bisschen rebellisch und frech zu sein, aber sie tun dies nur, wenn sie merken, dass Unrecht geschieht oder jemand ihnen Unrechtes antun will. Das gilt besonders, wenn man ihnen verbieten will, die frischen und leckeren Fische aus dem See zu fangen. Denn wer hat das Recht über die freie Natur, die großen Seen und ihre Bewohner, die Fische, zu bestimmen? Räubi und Böcki finden, das darf niemand tun. Denn wenn man Hunger hat und Etwas zu essen braucht und ein Herrscher von oberster Stelle das Fischefangen verbietet, ist das ziemlich unfair. Denn jeder braucht etwas zu Essen und andere Dinge nimmt man schließlich auch aus der Natur – warum also nicht auch einen Fisch?!

Eines Tages kam eine fremde Familie nach Böckingen.

Die Böckinger heißen fremde Neulinge stets willkommen, denn sie wollen, dass alle Menschen in Böckingen zu einem großen Ganzen zusammenwachsen und gut miteinander auskommen.Die Eltern und die zwei Kinder sahen müde und erschöpft aus. Sie zitterten ein bisschen, denn es war kalt und Winter.

„Hallo! Wo kommt ihr denn her?“, rief Räubi der Familie zu.„Hallo junger Mann. Wir sind weit gereist. Wir suchen nach einem neuen Ort, wo wir bleiben können. Wir haben gehört, hier könnten wir bleiben, denn Fremde werden stets willkommen geheißen“, antworte der Vater.„Ja, richtig. Das stimmt! Kommt mit mir, ich zeige euch mein Zuhause. Dort könnt ihr euch erst mal aufwärmen“, schlug Räubi vor.„Vielen Dank, das ist sehr freundlich von dir“, sagte die Mutter.Gemeinsam gingen sie also des Weges zu Räubis und Böckis Haus. Räubi und Böcki wohnen in einem hohen Turm aus Stein: dem bekannten Böckinger Wasserturm, der direkt im Ziegelpark steht.„Kommt rein!“, sagte Räubi und öffnete die große Holztür.Drinnen wartete bereits ein Kaminfeuer auf die Familie und so langsam wurde es ihnen wärmer.„Mama, Papa, ich habe so Hunger“, sagte das kleine Mädchen.„Aber wir haben nichts, Ivi“, sagte die Mutter.Da kam Räubi eine Idee: „Ich könnte Euch ein paar Fische aus dem See hier im Ziegelpark fangen. Das ist eine gute Stärkung für Euch alle! Nach so einer langen Reise.“„Aber ich habe gehört, dass der Herrscher der obersten Stelle es verboten hat!“, antwortete die Mutter besorgt.„Ich bin Räubi, ein Böckinger Seeräuber und werde nicht tatenlos zu sehen, wie ihr Hunger leidet, nur weil ein Herrscher der obersten Stelle verboten hat, Fische aus dem See zu fangen, die eigentlich der Natur und somit allen gleichermaßen gehören!“, verkündete Räubi. Die Familie schaute sich verwundert an.„Ich bin gleich zurück!“, sagte Räubi voller Tatendrang.Zusammen mit Böcki verließ Räubi den Wasserturm und schlich zum See des Ziegelparks. Sie suchten sich zwischen dem Schilf einen versteckten Platz, der nicht sofort eingesehen werden konnte und somit eine gute Deckung bot.Räubi zog eine lange Schnur aus seiner Hosentasche, Böcki hatte währenddessen einen passenden Ast gefunden; alles schnell miteinander verknotet – fertig war die Angel!Räubi holte aus und warf sie ins Wasser. Böcki stand Schmiere und achtete darauf, dass niemand sie entdeckte. Nach einer halben Stunde hatte Räubi ein paar Fische gefangen. Eine Regenbogenforelle, ein Schellfisch, ein Nudelfisch, einen Buntbarsch und einen ganz besonderen Fisch: die Goldmakrele.Die Goldmakrele, müsst ihr wissen, ist wirklich etwas ganz Besonderes. Sie sieht nicht nur toll aus und schmeckt hervorragend, nein! Wer sie am Ende eines Jahres fängt oder geschenkt bekommt, also sozusagen genau zwischen Weihnachten und Neujahr, der sagt man, wird ein glückliches neues Jahr erleben.„Wow, Böcki, schau mal! Eine Goldmakrele – du weißt, was das bedeutet?“, staunte Räubi.„Na klar, weiß ich das“, antworte Böcki erhaben.„Die müssen wir Ivi und ihrer Familie schenken! Damit sie ein neues glückliches Jahr hier in Böckingen erleben können!“, beschloss Räubi.„Eine tolle Idee Räubi! Du bist ein frecher, aber herzensguter kleiner Seeräuber“, erwiderte Böcki.Als Räubi und Böcki zurück beim Turm angekommen waren, präsentierten sie der Familie ihren Fisch­fang. Diese schaut ungläubig und konnte ihr Glück kaum fassen.„Und schaut hier: das ist eine Goldmakrele – etwas ganz Besonderes! Ich möchte sie Euch schenken, denn wer sie am Ende des Jahres kurz vor Neujahr fängt oder geschenkt bekommt, wird ein glückliches neues Jahr erleben!“, sagte Räubi stolz.„Ihr habt sicher viel Unrecht erfahren, ich wünsche euch, dass es ab jetzt besser wird“, strahlte Räubi, der kleine Seeräuber.„Wie können wir dir nur danken?“, sagte der Vater verwundert.„Bleibt einfach hier in Böckingen und werdet meine Freunde“, schlug Räubi vor. „Nichts leichter als das“, lachte die kleine Ivi.

Und so endet das alte Jahr in Böckingen, damit direkt danach wieder ein neues, schönes Jahr beginnen kann – aber nicht ohne Räubi, Böcki und ihren neuen Seeräuberabenteuern.

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