Die Böckinger und ihr Wasserturm - eine wunderschöne Liebesgeschichte

Die Böckinger und ihr Wasserturm - eine wunderschöne Liebesgeschichte

Ein Böckinger ist durchaus mit einer imposanten Persönlichkeit ausgestattet, stimmt‘s? Also ist es geradezu logisch, dass die Wohnumgebung solch imposanter Persönlichkeiten im größten und ältesten Stadtteil Heilbronns auch ein imposantes Wahrzeichen braucht. Diese Erkenntnis setzte der damalige Bürgermeister Adolf Alter dann auch in die Tat um und beauftragte den Stadtbaurat Karl Tscherning mittels einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, einen in expressionistischem Baustil gehaltenen Wasserturm zu errichten. Unübersehbar mit seinen 38 Metern Höhe und 500 Kubikmetern Fassungsvermögen thront dieser nun seither majestätisch auf dem Schafberg und wacht bereits seit 1929 treu über den Stadtteil Böckingen. Idyllisch eingebettet in ein Wohngebiet und umgeben von einer hübschen kleinen, parkähnlichen Anlage, erfreut dieser ganz besondere Turm des Böckingers Herz und verhilft zudem sportlichen Besuchern zu guter Kondition, falls man es schafft, die 143 Stufen bis zur Aussicbtsplattform ohne Unterbrechung hinaufzusteigen. Belohnt wird man dann, oben angekommen, dafür jedoch mit einer grandiosen Aussicht, die einen alle Strapazen des anstrengenden Aufstiegs praktisch sofort vergessen läßt. Natürlich geht dies nicht einfach mal eben so, sondern kann nur zu bestimmten Terminen und eingebettet in eine Führung stattfinden.

Perfektes Ambiente für die „Wasserturm - Singers“​ Barbara Weißhardt fungierte als Koordinatorin informierte zuverlässig alle restlichen Chorsänger von TonArt regelmäßig über das jeweilige Lied des Tages, damit, wer mochte, auch daheim mitsingen konnte, und los ging’s.

Singen verbindet bekanntlich, schafft ein Verbundenheitsgefühl und fördert die Lebensfreude, was in Coronazeiten existenziell wichtig ist. Die „Wasserturm-Singers“, wie sich die Sänger passender Weise betitelten, hielten auf diese Weise durch, bis wieder offiziell als ganzer Chor im Freien geprobt werden durfte.

Der Wasserturm funktionierte derweil andächtig und still als perfekte Background Kulisse für dieses wunderschöne, von einem in der menschlichen Seele zutiefst verankerten Bedürfnis nach Gemeinschaft zeugenden Event. Quasi als stummer Zeuge davon, dass sogar noch auf den Fußwegen und der ihn umgebenden Anlage zusätzliche Sänger auftauchten, um mit dem gebotenen Sicherheitsabstand ebenfalls mitzusingen. Ja, der kreative Böckinger läßt sich nicht unterkriegen und wird einfach erfinderisch, auch was Gemeinschaft unter erschwerten Bedingungen angeht.

Heimatliches Symbol​

Dass die Böckinger auch eine durchaus emotionale Bindung zu „ihrem“ Wasserturm haben, der übrigens sogar unter Denkmalschutz steht, merkt man unter anderen daran, dass aus dem Urlaub zurückkehrende Böckinger beim Anblick des heimischen Turms immer so ein ganz warmes Gefühl durchströmt, was sie dann realisieren läßt: „Ah, jetzt send mir wieder dahoim ond do ischs doch oifach am Schenschda!“.

Na gut, das beim Nachbarn untergebrachte Haustier und noch ein paar andere Dinge lösen dieses emotionale Heimatgefühl bestimmt auch aus, jedoch sieht man diese normalerweise meist nicht schon von weitem.

Perfektes Ambiente für die „Wasserturm - Singers“​

Dass der Böckinger Wasserturm einmal Zeuge von außergewöhnlichen musikalischen Darbietungen in ungewöhnlichen Zeiten werden würde, hätte sich vorher wahrscheinlich auch niemand vorstellen können. Doch als die Evangelische Kirche Deutschland am 21. März 2020 den Anstoß zum sogenannten „Balkonsingen“ gab und den Aufruf startetet, täglich pünktlich um 19 Uhr das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen, waren viele Böckinger hoch motiviert dabei. Der Umstand, dass einige Sänger und Sängerinnen des gemischten Chores „TonArt der Geselligkeit Böckingen“ in unmittelbarer Nachbarschaft des Böckinger Wasserturms wohnen, kam diesem Ereignis dann natürlich geradezu gelegen und daher erschallte nun täglich abends um 19 Uhr, mit dem nötigen Sicherheitsabstand, logisch, aus den umliegenden Nachbarschaftsgärten aus voller Kehle dieses schöne alte deutsche Volkslied. Seine Kleinkinder zuhause in den Schlaf zu singen, konnte man sich, falls man zu den Glücklichen gehörte, die in Hörweite wohnten, zu dieser Zeit sparen und dies getrost den erprobten Chorsängern überlassen. Nach und nach hatte sich sogar ein kleiner Programmablauf ergeben. Die aus einer 6 bis 8 Personen bestehenden Auswahlformation der TonArt Sänger sang dann irgendwann immer auch noch regelmäßig einen Kanon, dazu ein täglich wechselndes Lied und zum Abschluss noch einen weiteren Kanon. Das Repertoire reichte von internationalen Liedern über Volkslieder bis hin zu Gospels, Schlagern und gängigen Popsongs.

Äußerst kreativ und bestens organisiert ​

Barbara Weißhardt fungierte als Koordinatorin informierte zuverlässig alle restlichen Chorsänger von TonArt regelmäßig über das jeweilige Lied des Tages, damit, wer mochte, auch daheim mitsingen konnte, und los ging’s.

Singen verbindet bekanntlich, schafft ein Verbundenheitsgefühl und fördert die Lebensfreude, was in Coronazeiten existenziell wichtig ist. Die „Wasserturm-Singers“, wie sich die Sänger passender Weise betitelten, hielten auf diese Weise durch, bis wieder offiziell als ganzer Chor im Freien geprobt werden durfte.

Der Wasserturm funktionierte derweil andächtig und still als perfekte Background Kulisse für dieses wunderschöne, von einem in der menschlichen Seele zutiefst verankerten Bedürfnis nach Gemeinschaft zeugenden Event. Quasi als stummer Zeuge davon, dass sogar noch auf den Fußwegen und der ihn umgebenden Anlage zusätzliche Sänger auftauchten, um mit dem gebotenen Sicherheitsabstand ebenfalls mitzusingen. Ja, der kreative Böckinger läßt sich nicht unterkriegen und wird einfach erfinderisch, auch was Gemeinschaft unter erschwerten Bedingungen angeht.

Krönendes Finale​

Zum Abschluss dieses charmanten Böckinger Nachbarschaftssingens wurde am Freitag, den 31. Juli 2020 zum 133-mal „Der Mond ist aufgegangen“gesungen. Die musikalische Begleitung mit Gitarre und Geige erzeugte eine ganz besonders intensive Atmosphäre beim letzten Zusammentreffen in den Nachbarschaftsgärten am Wasserturm in Böckingen. Ob der Wasserturm dadurch wohl auch ein kleines bisschen musikalisch geworden ist? Wer weiss.

Auch wenn der Böckinger Wasserturm heute nicht mehr als Wasserspender gebraucht wird, als Wahrzeichen wird er seine Funktion sicher noch für lange Zeit erfüllen. Denn, wie gesagt: Imposante Persönlichkeiten brauchen ebenfalls imposante Erkennungsmerkmale ihrer Wohnumgebung. Und diesem Anspruch wird das stattliche und von allen Seiten schon von weitem gut erkennbare Wahrzeichen des Stadtteils Böckingen allemal gerecht.

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