Frühjahrsputz von innen

Natürlich entgiften mit Wildkräutern.

Frühjahrsputz von innen

Der Winter war hart. Und lang. Und es brauchte schon eine ganze Menge an Schokolade, um ihn zu überstehen. Sport machen war echt anstrengend. Und oft war es gefühlt viel zu feucht oder kalt, um sich draußen zu bewegen. Da schaute man sich doch viel lieber seine Lieblingsserien an und chillte auf dem Sofa. Normalerweise kompensiert der Körper eine eher ungesunde Lebensweise eine zeitlang ganz gut, doch irgendwann - spätestens im Frühling - sind die Auswirkungen davon (und damit sind nicht nur ein paar Pfunde zu viel gemeint) nicht mehr zu ignorieren.

Frühjahrsmüdigkeit

Die allgemein gefürchtete Frühjahrsmüdigkeit ist eigentlich nichts anderes als eine natürliche Konsequenz von zu wenig Bewegung und einer etwas zu einseitigen Ernährung. Und von Übersäuerung durch ein Zuviel an Süßem und Zuwenig an frischen Nahrungsmitteln. Hängen wir also jetzt alle eben nur unmotiviert und schlapp rum und ergeben uns diesem scheinbar wiederkehrenden unausweichlichen Schicksal? Aber nicht doch! Ein Böckinger wäre kein Böckinger, würde er sich einfach widerstandslos Unangenehmem fügen. Doch wie kriegt man den Körper möglichst schnell wieder fit ohne womöglich noch zum Koffein-Junkie zu werden?

Gott sei Dank kann unser Körper die meisten Giftstoffe, die sich in ihm angereichert haben, selbständig wieder loswerden. Zumindest wenn die dafür zuständigen Ausscheidungsorgane wie Leber, Niere, Lunge, Darm und Haut gesund sind.

Also braucht es auch keine teuren Detox Mittelchen, um im Frühling wieder ordentlich in Schwung zu kommen. Es gibt jedoch diverse Heilkräuter in allernächster Umgebung, die uns bei einer Frühjahrskur tatkräftig unterstützen können. Und die uns die Natur zudem völlig kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Manchmal wachsen sie sogar im heimischen Garten.

Bärlauch und Co.

Wenn meine Oma früher Bärlauch gegessen hatte, dann wusste man das. Oder besser gesagt, man roch es. Der Duft von frischem Bärlauch mag nicht jedem angenehm erscheinen (ich persönlich mag ihn genau wie ich auch Oma mochte), doch die Auswirkungen seiner positiven Eigenschaften auf die Gesundheit dürften die meisten zu schätzen wissen.

Da Bärlauch Allicin enthält, das Keime abtötet, dazu reich ist an Chlorophyll, Vitamin C, Magnesium und Eisen, welches die Blutzirkulation in Schwung bringt, kann durchaus behauptet werden, dass er einen belebenden und verjüngenden Effekt hat. Auch der Abtransport von Toxinen im Körper wird beschleunigt. Wahrscheinlich hat Oma unter anderem auch deshalb ein stolzes Lebensalter vom 86 Jahren bei bester Gesundheit erreicht, weil sie den gesundheitsfördernden Eigenschaften des Bärlauchs eindeutig mehr Priorität beimaß als manch frechem Kommentar ihrer Familie über den sie phasenweise umgebenden etwas strengen Geruch. Von März bis Mai ist die Konzentration der entgiftenden Stoffe der Bärlauchblätter besonders hoch. Er wächst im Wald, auf Wiesen und oft in der Nähe von Gewässern. Als Zutat in Pestos, Saucen oder Salaten leistet er einen gesunden und zudem leckeren Beitrag zur natürlichen Entgiftung des Körpers.

Brennnessel

Brennnesseln sind zwar immerhin geruchsneutral, im Allgemeinen aber trotzdem nicht sonderlich beliebt und werden daher meist schnellstens als Unkraut entsorgt. Warum? Bei Berührung der Blätter brennt es auf der Haut und das ist unangenehm. Doch diese Pflanze kann eindeutig mehr als „brennen“. Sie ist ein ebenso effektiver Entgifter wie Bärlauch. Mit heißem Wasser überbrüht, wirkt sie als Tee harntreibend, regt die Nierenfunktion an und spült so viele Giftstoffe aus dem Körper. Rollt man mit einem Wellholz über die Blätter, die man möglichst mit Handschuhen pflücken sollten, werden die für das Brennen verantwortlichen Härchen plattgewalzt und man kann die Pflanze dann getrost in einen Salat geben oder eine leckere Brennesselquiche daraus zaubern, ohne Angst haben zu müssen, sich die Zunge zu verbrennen. Brennnesseln enthalten ebenso Eisen, Magnesium und Vitamin C. Die Inhaltsstoffe der Brennnessel können auch das Bakterienwachstum hemmen. Lediglich Menschen mit Histaminintoleranz sollten es mit dem Genuss frischer Brennnesseln nicht übertreiben, da diese stark histaminhaltig sind.

Löwenzahn: Sein Gelb erfreut das Herz und entgiftet die Leber

Löwenzahn regt wunderbar die Leber-, Gallen- sowie Darmtätigkeit an. Auch wirkt er blutreinigend und fördert somit die Entgiftung. Er enthält 300 mal mehr an Kalium, Magnesium und Vitamine als diverse andere essbare Pflanzen und Gemüsesorten. Eine Löwenzahnkur sieht folgendermaßen aus:

Die Löwenzahnpflanze mit der Wurzel ausgraben, diese unterm Wasserhahn von Erde befreien und klein schneiden. Mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und 7 Minuten ziehen lassen. Dann Abseihen und möglichst vor dem Frühstück trinken. Aus den Wurzeln einen zweiten Teeaufguss zubereiten, wieder 7 Minuten ziehen lassen und bis Mittag trinken. Da Löwenzahntee stark harntreibend wirkt, wird empfohlen, ihn Abends möglichst nicht mehr zu trinken.

Man kann natürlich auch Löwenzahnelixier, das sehr bitter schmeckt, in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen, was allerdings nicht ganz billig ist. Wer es günstiger haben möchte, begibt sich daher einfach in die freie Natur, bedient sich dort und tut damit auch gleich seinem Kreislauf und seinem Immunsystem etwas Gutes.

Mit frischem Schwung und neu belebt in den Frühling

Wenn solchermaßen von Schlacken und Schadstoffen befreite Böckinger Bürger bei Sonnenschein ins Freie stürmen, hat Frühjahrsmüdigkeit keine Chance mehr! Auch Gundermann, Gänseblümchen, Holunderblätter oder die Blätter der „wilden Möhre“ sind essbar und äußerst gesund. Da darf dann auch mal wieder getrost an der Eisdiele weniger Gesundes geschlemmt werden, falls mal ein Kontrast zu so viel „Kaninchenfutter“ nötig sein sollte. Dein Körper wird es dir jedoch danken, wenn du ihm jährlich eine kleine Frühjahrskur gönnst. Wer keine Zeit und Muse zum Selbersammeln hat, kann Kräuter als fertige Tees auch online bei Shops wie beispielsweise DandelionTeaFairy (zu finden auf etsy.com) bestellen, wo alle Kräuter mit viel Liebe auf echten Naturwiesen im Schwarzwald gepflückt wurden und daher garantiert unbehandelt sind.

Also ab in den Frühling:

Gut gelaunt, hellwach und mit allen Sinnen!

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