Räubi und das vergessene Seeräuber-Floß

Nun, ihr erinnert euch doch sicher noch an Räubi, den kleinen Seeräuber Jungen aus Böckingen? Und an seinen Freund, Räubis Haustier, den Böcki mit den starken Hörnern?

Räubi und das vergessene Seeräuber-Floß

Falls nicht – hier ist die

Die erste Geschichte zu Räubis Abenteuern

Ja richtig, Räubi ist der kleine Seeräuber Junge aus Böckingen.

Er sieht aus wie ein waschechter Seeräuber und hat immer ein Messer dabei, denn das ist ja typisch für einen Böckinger Seeräuber. Und Böcki ist stets an Räubis Seite und sein treuer Wegbegleiter. Die beiden wohnen in dem hohen Steinturm, dem Wasserturm, am See in Böckingen.

In der letzten Geschichte haben Räubi und Böcki Ivi und ihre Familie kennengelernt. Seitdem sind sie gute Freunde und machen gerne zusammen die Umgebung in Böckingen unsicher. Aber keine Angst, obwohl sie manchmal ein bisschen frech und rebellisch erscheinen, haben sie das Herz am rechten Fleck und sind im Grunde genommen herzensgute Zeitgenossen.

Mittlerweile war es Winter in Böckingen geworden und mit dem Winter war auch ein neues Jahr gekommen.Der Schnee hatte sich wie eine schwere, weiße Decke auf die Böckinger Stadt gelegt und alles in ein glitzerndes helles Weiß verwandelt.

Der See am Wasserturm war zu einer festen, weißen Platte gefroren. Räubi starrte verträumt aus dem oberen Fenster im Wasserturm runter auf den See und konnte den Frühlingsbeginn kaum mehr abwarten.

„Schnee ist an und für sich ja eine tolle Sache, wenn es nicht ständig so bitterkalt wäre…“, sagte Räubi zu Böcki, „ich kann es kaum erwarten wieder draußen in der Sonne zu spielen.“

Böcki stimmte Räubi zu: „Du hast Recht, für mich ist es auch nicht leicht. Im Frühling und Sommer ist der Park reich mit grünen Wiesen gedeckt und nun, im Winterschnee, finde ich kaum etwas zu fressen. Ich habe bereits jetzt einen bären… ääh Böckimäßigen Hunger!“

„Lass uns nach draußen gehen und ein bisschen Gras für dich suchen. Ivi können wir auch mitnehmen“, schlug Räubi vor.

„Abgemacht!“ erwiderte Böcki.

Gesagt, getan! Räubi und Böcki trafen sich mit ihrer Freundin Ivi im Park und stapften gemeinsam durch den Schnee, auf der Suche nach etwas Fressbarem für Böcki.

Nach kurzer Zeit wurden sie an einer Stelle zwischen Bäumen und Büschen fündig. Während Böcki sich den Magen vollschlug, erblickte Räubi auf der anderen Seite des Sees etwas Seltsames.

Aufgeregt stupste er Ivi an: „Ivi, schau mal da drüben! Siehst du das auch?“

Ivi drehte sich um, konnte aber nicht so recht erkennen, was Räubi entdeckt hatte.

„Ivi, schau doch mal, das sieht doch aus wie ein Mast von einem Floß…“, erklärte Räubi ganz aufgeregt.

„Bist du sicher Räubi?“, fragte Ivi.

„Sicher bin ich nicht, aber irgendwie habe ich so ein Gefühl…“, grübelte Räubi.

„Räubi, pass auf! Der Schnee liegt noch so hoch, sobald er taut und der Frühling einzieht, schauen wir es uns genauer an.“, schlug Ivi vor. „Ja, gute Idee. So machen wir es!“, antwortete Räubi.

Einige Tage später erwachte Räubi mit kribbelnder Nase. Die Sonnenstrahlen fielen vom Fenster aus direkt auf seine Nase. Sie fühlten sich warm und schön an.

Von draußen vernahm er ein lautes Geschnatter und aufgeregtes Vogelgezwitscher.

„Räubi! Räubi! Wach auf, der Schnee ist weg und die Vögel aus dem Süden kommen zurück. Es wird Frühling!!“, rief Böcki der zuerst am Fenster gestanden hatte und dann auf Räubi zugesprungen kam.

Urplötzlich war Räubi hellwach.

Er stürmte zum Fenster und schaute runter auf den Park. Und tatsächlich der Schnee war weg! Die Kraniche kamen so langsam aus dem Süden zurück und zogen über ihnen am Himmel entlang, Singvögel flogen durch den Park und die ersten grünen Knospen waren an den Bäumen zu sehen. Der See war nicht länger gefroren und die ersten Enten zogen ihre Bahnen im klaren Wasser. Natur und Tiere waren endlich aus ihrem langen Winterschlaf erwacht. Vom Fenster des Wasserturms aus wanderte Räubis Blick über den von der Sonne geküssten Park und dann entdeckte er es plötzlich: ein altes Floß mit einem Mast, versteckt am Randes des Sees zwischen dem Schilf.

„Böcki, da!“, jubelte Räubi, „schau, ein altes Floß!“

Böcki konnte seinen Augen nicht trauen: „Ja, du hast Recht.“

„Komm schnell, wir müssen Ivi holen und dann runter zum See!“,

Nachdem Räubi und Böcki Ivi abgeholt hatten, zogen sie gemeinsam runter zum Seeufer und sangen dabei lauthals „Wir sind Seeräuber! Seeräuber, mit ‘nem Schiff!“

Beim Floß angekommen, trauten sie alle ihren Augen kaum. Es war tatsächlich ein altes, vergessenes Floß mit einem Mast. Es war ein wenig in die Jahre gekommen, denn niemand konnte sagen, wie lange es dort schon unter dem Schnee zwischem dem hohen Schilf gelegen hatte. Aber mit einen paar kleinen Schönheitsreparaturen und einem neuen Segel würde es sicher wieder gut aussehen und fahrtauglich sein.

„Lasst es uns reparieren! Dann können wir in den kommenden schönen und warmen Jahreszeiten damit auf dem See fahren und echte Seeräuber sein!“, freute sich Räubi.

„Aye, aye Sir! Gesagt, getan!“, erwiderten Ivi und Böcki lachend.Und so machten sie sich sofort ans Werk, um aus dem vergessenen Floß ihr eigenes Seeräuber-Floß zu bauen und damit ‘volle Kraft voraus’ den See und die Gewässer von Böckingen unsicher zu machen.

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